Ausgehend von den Höhen von Ovronnaz – einem bekannten Thermalbadeort im Zentralwallis, der mit öffentlichen Verkehrsmitteln von der Rhone-Ebene aus erreichbar ist – führt diese anspruchsvolle Wanderung auf einem spektakulären Weg bis nach Derborence, einem wilden Ort voller Geschichte. Der Startpunkt liegt bei der Bergstation des Sessellifts von Jorasse, auf knapp 2000 Metern Höhe. Der Weg verläuft zunächst etwa zwei Kilometer relativ flach und bietet einen angenehmen Einstieg mit herrlichen Panoramablicken. Bald trifft man auf die Etappe Nr. 3 der offiziellen Route Nr. 82 Sanetsch – Muveran, auf dem Abschnitt zwischen Derborence und Ovronnaz. Der Weg durchquert eine spektakuläre Landschaft aus Geröllfeldern, Karrenfeldern und Alpweiden – typisch für diese Kalksteinregion –, die im ersten Teil von den mächtigen Silhouetten des Kleinen und Grossen Muveran überragt wird. Nach etwa zwei Kilometern auf dieser Route besteht die Möglichkeit, einen Abstecher zur «Cabane Rambert» zu machen, die auf einem Felsvorsprung liegt. Das kostet zwar zusätzliche 73 Höhenmeter, aber die Hüttenkuchen sind oft die Mühe wert … Anschliessend wird der Aufstieg anspruchsvoller bis hinauf zum «Col de la Forcle», einem echten «Balkon» zwischen Himmel und Berggipfeln. Oben auf etwa 2540 Metern Höhe eröffnet sich der Blick auf den «Lac de la Forcle» – eine grau schimmernde Perle in einem mineralischen Felsenkessel. Wie so oft im Hochgebirge, scheint die Zeit hier stillzustehen. Es ist der ideale Ort für ein Picknick und einen Moment stiller Betrachtung. Rundherum erheben sich steinerne Riesen: die «Dent de Chamosentze», eine scharfe Silhouette, die durch den Film La peur dans la montagne von Charles-Ferdinand Ramuz als „verfluchter Berg“ bekannt wurde. Weiter nördlich dominieren «Tête de Veillon» und «Le Pâcheu» die Szenerie – sie thronen an der Grenze zwischen den Kantonen Wallis und Waadt. Der Abstieg nach Derborence ist teils steil, aber stets spektakulär, und führt durch wilde Landschaften entlang des Dorbonne-Bachs. Nach etwa 5 km bietet das Berghaus von Dorbon eine willkommene Erfrischungspause. Von dort sind es noch knapp 2 km bis Derborence. Diese Oase der Ruhe markiert das Ende dieser Höhenwanderung. Die Atmosphäre ist besonders – geprägt von Geschichte: Noch heute sind die Spuren des Bergsturzes von 1714 spürbar, ein einschneidendes historisches Ereignis, das zur Entstehung des «Lac de Derborence» führte. Von hier aus fahren Busse bequem zurück ins Tal – der perfekte Abschluss einer unvergesslichen Wanderung.

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